Die IG Architektur ist eine seit zwanzig Jahren aktive österreichweite Interessensgemeinschaft von Architekturschaffenden. Sie ist Impulsplattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik und bringt sich regelmäßig in aktuelle Themenstellungen ein.
Im August baut die IG Architektur um und bittet um helfende Hände. Im Rahmen einer Kooperation mit Open House werden im Pilotprojekt SMART BLOCK_Geblergasse Anfang September Führungen zum Thema Nachhaltigkeit und Architektur organisiert. Außerdem präsentiert die IG Architektur einen weiteren Beitrag zum Thema Flohmarkt am Naschmarkt und eine Gastausstellung der Ziviltechnikerinnen in ihrem Schaufenster in der Gumpendorfer Straße.
Umbau in der IG Architektur
Helfende Hände werden am 27. und 28. August benötigt
Die IG Architektur baut um und bittet um eure Unterstützung
Am 27. und 28. August wird in den Räumen der IG Architektur in der Gumpendorfer Straße 63B in Wien Hand angelegt: um die Akustik in unserem gemeinsamen Raum zu verbessern, bauen wir Akustikpaneele ein. Es wird gebohrt und geschraubt, getrunken und gegessen und dazu brauchen wir noch Freiwillige und helfende Hände.
Außerdem benötigen wir für unsere Umbauarbeiten an der Decke noch 1-2 Alu Roll-Gerüste mit einer Standhöhe von ca. 140-150cm (Raumhöhe ca. 360cm). Kann uns jemand solche Bühnen für einige Tage zur Verfügung stellen? Wir freuen uns auf eine kurze Info vorab, wenn du teilnimmst bzw. ein Gerüst mitnehmen kannst: organisation@ig-architektur.at
Save the Date
IG Architektur bei Open House am 11. September, 10:00-17:00
Station: Pilotprojekt SMART BLOCK_Geblergasse
Die IG Architektur lädt Kolleg:innen zum einem Treffen und einem fachlichen Austausch ein. Für Getränke ist gesorgt. Wir freuen uns auf euer Kommen!
Foto: Lisi Zeininger
Die Energiewende ist im Wiener Althausbestand angekommen. Das Pilotprojekt SMART BLOCK_Geblergasse startet den Versuch, das gründerzeitliche Potential der dichten Stadt fit für das gute Leben im 21.Jahrhundert mit CO2 freier Energieversorgung zu machen. Kein Gas, kein Öl, keine Kohle werden mehr gebraucht. Dezentrale solare Ernte wird in einem geothermischen Massespeicher im Hof eingelagert um im Winter die Gebäude zu heizen. Mit Hilfe einer Ringleitung zwischen den Häusern wird ein Anergienetz schrittweise im Block aufgebaut. Ein Zukunftsmodell für klimaneutrale Städte. Die IG Architektur organisiert im Rahmen von Open House am 11. September zwischen 10:00 und 17:00 Führungen durch das Gebäude. Adresse: Geblergasse 11, 1170 Hernals Weitere Informationen findet ihr hier: www.openhouse-wien.at
Austausch mit der IG Architektur
Flohmarkt am Nachmarkt – ein Archetypus des Austausches soll verschwinden?
Foto: Johannes Zeininger
Ende Juli fand in der IG Architektur in der Gumpendorferstraße, ein neuerliches Treffen der AG_Flohmarkt mit Flohmarktstandler:innen, Interessent:innen und Mitgliedern der IG Architektur statt. Das Kernthema ist die verlorengegangenen Qualitäten des Flohmarktes am Naschmarkt. Durch das Verbot des privaten Anbietens, die stark eingeschränkten Öffnungszeiten, die Reduktion der Standgenehmigungen und zusätzlich durch pandemiebedingte Einschränkungen kam der Flohmarkt, wie ihn Wien kennt, zum Erliegen. Im Hintergrund ist eine strategische Gesamtentwicklung des Naschmarkts auszumachen, der wegen seiner Lagegunst im wachsenden Stadtkern als „Marktzone Naschmarkt“ wirtschaftlich verstärkt ausbaubar ist. Die Neuordnung des Naschmarkthandels, der sich vom Nahversorger für frische Lebensmittel zur Gastronomiemeile und Tourist:innenentreff entwickelt hat, zeigt mittlerweile überhitzte wirtschaftliche Konzentrationsprozesse, die von branchenbedingten Gewinnmargen gesteuert werden. Potente Gastro- und Handelsketten, aber auch immer mehr Anbieter:innen von touristischen Produktgruppen, versuchen hier Standorte auszubauen. Der stadtauswärts gelegene Großparkplatz mit seiner kommerziellen Nutzung kann aus dieser Sicht als Hoffnungs- und Entwicklungsgebiet eingeschätzt werden. Die von der Stadtpolitik aktuell in der Öffentlichkeit vorgestellte „Markthalle“ kann dabei als Eisbrecher in diese Richtung gesehen werden. Eine große Anzahl von Anrainer:innen, die verbliebenen Flohmarktler:innen und an einer vielfältigen Stadt Interessierte, sehen diese Entwicklung kritisch. Eine aktuelle Stadtbegehung der ÖGFA entlang der Wien bis zum Naschmarkt mit abschließender Diskussion im Semperdepot hat diese kritische Sichtweisen und einige alternative Forderungen zu diesem Stadtpartikel dokumentiert. Mittlerweile wurde von der Bürger:inneninitiative „Freier Naschmarkt“ am 02.Juli eine Petition bei der Stadt Wien eingereicht. Ziel der Petition ist der Einbezug der Bewohner:innenschaft bei der Entwicklung der Parkplatzfläche hin zu einem multifunktionalen, nachhaltig ausgestalteten Lebensraum in der dichten Stadt. Die AG_Flohmarkt konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die Wesenszüge von Flohmärkten. Auch die künftige Stadtentwicklung wird unter der Metapher re-use noch erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen um urbane Kreisläufe von Dingen und deren Gebrauchswert möglichst lange aufrecht zu erhalten. Flohmärkte sind aus dieser Sicht Fossil und Labor zugleich. Die AG_Flohmarkt versucht durch direkte Interaktion von Betroffenen und Interessierten jene Rahmenbedingungen für das Gefüge eines Flohmarkttreibens herauszuarbeiten, die auch in Zukunft diesen vitalen und niederschwelligen Ort des Austauschs absichern. Es ist in den nächsten Arbeitstreffen beabsichtigt, das Ergebnis als ergänzende Petition zur Entwicklung des Parkplatzareals am Naschmarkt öffentlich zu machen und in die weitere Stadtentwicklung an diesem für Wien einzigartigen Raum einfließen zu lassen. Mehr dazu im nächsten Newsletter.
Aufbauend auf der seit 2015 wandernden Ausstellung „Planen und Bauen in historischer Umgebung“ hat sich das Format „Ziviltechnikerinnen gestalten Zukunft“ nun zu einer inhaltlich offenen und sich ständig erweiternden Präsentation entwickelt. Die digitale Schau zeigt Projekte von Ziviltechnikerinnen aller Sparten und Typologien. In rund 90 Folien wird sichtbar, wie vielfältig die Beiträge von Ziviltechnikerinnen für eine gelungene Baukultur in Österreich und Europa sind. Die Ausstellung wurde vom Ausschuss Ziviltechnikerinnen der Bundeskammer initiiert und organisiert. Sie ist die Fortsetzung einer analogen Wanderausstellung, mit Stationen im In- und Ausland. Nähere Informationen findet ihr hier: www.ziviltechnikerinnenosterreich.com
Die Ausstellung ist kostenfrei im Schaufenster der IG Architektur (Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien) zu sehen.
Die IG Architektur ist eine österreichweite Interessensgemeinschaft von Architekturschaffenden. Sie ist Impulsplattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik.
Die Mailingliste bzw. das Forum ist ein beliebtes Medium der IG Architektur. Über 4.000 Architekturschaffende und Architekturinteressierte kommunizieren hier regelmäßig miteinander