Newsletter Dezember 2025

Monatlicher Newsletter der IG Architektur - Dezember 2025

Monatlicher Newsletter der IG Architektur

Dezember 2025
Die IG Architektur ist eine seit zwanzig Jahren aktive österreichweite Interessensgemeinschaft von Architekturschaffenden. Sie ist Impulsplattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik und bringt sich regelmäßig in aktuelle Themenstellungen ein.
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Inhalt

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Einladung zur Generalversammlung 2025

 

29.01.2026, 18:30 Uhr

Die Generalversammliung ist eines der wichtigsten Organe der IG Architektur. Es werden Tätigkeiten des vergangenen Jahres präsentiert und zukünftige Pläne vorgestellt. Foto: Susanne Tobisch

Die IG Architektur lädt alle Mitglieder und jene, die es werden möchten, zur ordentlichen Generalversammlung für das Jahr 2025 ein. Wir werden euch unsere Tätigkeiten aus dem Vorjahr präsentieren und die zukünftigen Pläne vorstellen. Lasst uns anstoßen und das neue Jahr gemeinsam begrüßen!
 

Agenda:

  • Begrüßung, Beschlussfähigkeit und Vorstellung der Tagesordnung
  • Rechnungsabschluss 2024
  • Rechenschaftsbericht 2025
  • Budgetvoranschlag 2026
  • Abstimmung über Nachbesetzungen des Vorstands
  • Wahl eines*r Rechnungsprüfer*in für die Prüfung des Jahres 2026
  • Weitere Anträge
Sollten um 18:30 Uhr nicht die Hälfte aller stimmberechtigten Mitglieder anwesend sein, erlangt die Generalversammlung nach einer Wartefrist von 30 Minuten ihre Beschlussfähigkeit (kleiner Hinweis: Das bedeutet, dass der reale Beginn um 19:00 ist).

Ab 20:30 Uhr findet unsere Open Bar statt. 

Der Vorstand und das Team der IG Architektur freuen sich auf euer zahlreiches Kommen. Um Anmeldung wird gebeten unter: organisation@ig-architektur.at. Eine digitale Teilnahme ist auf Anfrage möglich.

Ort: IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien
Zeit: Mittwoch, 29.01.2025, 18:30 Uhr Generalversammlung, ab ca. 20:30 Uhr Open Bar

➔ Information

 

Die neue Geschäftsführung und Programmleitung der IG Architektur stellt sich vor

 

Christina Purrer

Christina Purrer, Nachfolgerin von Michaela Geboltsberger bei der IG Architektur. Foto: Walter Skokanitsch

Hallo liebe Mitglieder der IG Architektur!

Ich darf mich als neue Geschäftsführung & Programmleitung der IG Architektur vorstellen. Ich bin Ethnologin und Kulturwirtin, in Innsbruck geboren und lebe nach mehreren Auslandsaufenthalten seit sieben Jahren in Wien. Beruflich komme ich aus der privaten Förderlandschaft für soziale Innovationen im Bildungssektor. Durch meine Bildungskarenz zur Regional- und Stadtentwicklung (Schwerpunkt Beteiligungsprozesse) bin ich schließlich auf die Architektur gekommen.

Mein letztes berufliches Highlight war der Aufbau eines Jugendbeirats für die Stiftung BildungTomorrow, der bei Förderentscheidungen und strategischen Fragen mitentscheidet. Seit dem 10. Oktober darf ich nun den siebzehnköpfigen Vorstand der IG Architektur koordinieren und den Überblick über viele verschiedene Arbeitsgruppen bewahren. Ich freue mich, ein neues Wirkungsfeld gefunden zu haben, das per se partizipativ arbeitet! Ich möchte euch hiermit herzlich dazu einladen, eure Interessen einzubringen und die IG Architektur mitzugestalten.

Bei der IG Architektur werde ich stets mit der sozialen Brille auf neue Projekte schauen. Ich bin überzeugt, dass Architektur dann besonders nachhaltig ist, wenn sie den Menschen ins Zentrum stellt. Der soziale Sektor, aus dem ich komme, muss die gebaute Umwelt stärker berücksichtigen, denn sie prägt uns von Kindesbeinen an. Ich freue mich darauf, von meinem neuen Berufsumfeld – von euch! – zu lernen und gleichzeitig interdisziplinäre Perspektiven aus meinem bestehenden Netzwerk einzubringen.

Ich würde gerne von euch wissen:.

Was waren eure Highlights der IG Architektur in den letzten drei Jahren? Was hat euch besonders gut gefallen? Schreibt mir gerne ein E-Mail an purrer@ig-architektur.at. Gerne könnt ihr auch auf LinkedIn Kontakt zu mir aufnehmen. Ich freue mich von euch zu hören und mehr über die IG Architektur zu erfahren. Ich bin neugierig auf eure Eindrücke – bis bald!

➔ Information

 

Handreichung zum Wettbewerb Campus Althangrund

 

Allianz alte WU

Zum laufenden Wettbewerb fragt sich die Allianz alte WU: Ist ein erneuter Abbruch eines etablierten Gebäudes, noch dazu in diesem Ausmaß, notwendig? Foto: Allianz alte WU

Wir, die Allianz alte WU, gründeten uns im März 2024 unmittelbar nach Bekanntwerden des Projekts Campus Althangrund, das auf dem Gelände der ehemaligen Wirtschaftsuniversität Wien (alte WU) einen Totalabbruch des Hochbaus auf der Platte über dem Bahngelände des Wiener Franz-Josefs-Bahnhof vorsieht.

Die noch immer gültige Vision der Allianz alte WU von 2024 lautet: "Die 'Alte WU' könnte viel mehr sein als ein Abriss-Neubauprojekt, sie soll ein Leuchtturmprojekt für Transformation, Umbaukultur und Weiternutzung werden. Ein Projekt, so visionär wie das Centre Pompidou seinerzeit, aber im Sinne der Ressourcenschonung. Ein Großlabor besonnener Vorgangsweisen.”

Nach mehreren Gesprächen der Allianz alte WU mit dem Projektträger Bundesimmobiliengesellschaft zeichnet sich inzwischen ein Bild, das leise Hoffnung auf eine zumindest ressourcenschonendere Bearbeitung der Aufgabe aufkeimen lässt – aber immer noch weit entfernt ist von unserer Vision. Wir kritisieren unter anderem, dass beim aktuell laufenden Wettbewerb Campus Althangrund der Bestandserhalt der alten WU den teilnehmenden Architekt*innen überantwortet wurde, statt sich zeitgemäß klar zum Bestandserhalt zu bekennen.

Nun präsentieren wir unsere Handreichung zum Wettbewerb, die Stellung zu den immer wieder genannten Argumenten für einen großflächigen Abbruch und Neubau nimmt. Für einen Aufruf zur Teilnahme am Wettbewerb kommt sie spät. Trotzdem liefert sie ein gutes Bild, womit wir uns am Althangrund in den nächsten Monaten und Jahren konfrontiert sehen und beschäftigen müssen.

Es soll unter anderem unbedingt vermieden werden, dass der funktionierende Gebäudekomplex vor einer endgültigen Entscheidung, was damit passieren soll, zerstört wird. Denn vielleicht wird es ja mit der Finanzierung der verlautbarten mindestens einen Millarde Euro Investitionskosten doch etwas dauern, und vielleicht wird man sich sinnvollen Fragen oder Ansätzen stellen müssen, wie zum Beispiel: Was könnten wir mit weniger Budget – zum Beispiel 300 Millionen Euro – an diesem Standort schaffen? Oder: Gebäude sucht Nutzung, statt Nutzung überfrachtet Standort.

Trotz der aus unserer Sicht schwierigen, intransparenten und partizipationsarmen Genese hoffen wir auf großartige Wettbewerbsbeiträge und bestmögliche darauf aufbauende Juryentscheidungen. Vielleicht ist dieses Projekt auch ein Wendepunkt hin zu dem längst notwendigen Paradigmenwechsel, hin zu zeitgemäßen Projektentwicklungen.

Lesen Sie mehr in der Handreichung!

Zur Handreichung

[1] aus der Fragebeantwortung zum Wettbewerb Nr. 132 Die Schadstoffentfrachtung – der Rückbau auf die Tragstruktur – ist für die Jahre 2026 und 2027 geplant und ist nicht Gegenstand des Projekts.

➔ Bericht

 

Nach- und Vorschau Messeteilnahmen IG Architektur

 

Dorothee Raichle-Ekong

Letzter Anstrich auf der Wohnen & Interieur Messe Wien 2025. Foto: IG Architektur

Die IG Architektur war viele Jahre auf der Baumesse Wien präsent gewesen. Als diese nicht mehr stattfand, haben sich neue Türen geöffnet. Seit 2024 nahm die IG Architektur nun schon zum vierten Mal an Baumessen in Wien und Niederösterreich teil. Für 2026 ist eine, vielleicht sogar zwei Teilnahmen in Vorbereitung.

Nachschau

Wichtig und spannend ist für uns die Repräsentation von und Beratung durch Architekt*innen auf Messen in eher kleinstädtischen und ländlichen Gebieten. Grundsätzlich ist es unser Anliegen, als Planende in der Gesellschaft sichtbar zu werden. Hier geben uns die Baumessen den idealen Rahmen, besonders in Bereichen, wo sonst wenig Kontakt zu zwischen Architekt*innen und Bauinteressierten besteht. Für viele Interessierte sind Messen eine einzigartige Möglichkeit, Beratung von Architekt*innen zu bekommen (und überhaupt mit solchen zu sprechen, sie kennenzulernen, zu beschnuppern …). Wo sonst gibt es so etwas? Wir wollen aber auch Vorurteile und Barrieren abbauen (viele kommen mit Skepsis und gehen mit Wohlwollen). Ganz wichtig ist uns auch, Interesse in der Gesellschaft an Architektur zu wecken.

Wie schon im Jahr 2024 war bei unserer zweiten Teilnahme an der Bau Energie Wohnen-Messe in Wieselburg im Oktober 2025, aber auch bei der HausBau + EnergieSparen Messe Tulln im Januar 2025 das Einzugsgebiet überraschend groß: Es reichte vom Waldviertel bis in die Steiermark, wir hatten sogar Gespräche mit Interessierten aus Tirol und dem Salzburger Land. Die Projekte waren sehr verschieden, größtenteils Sanierung oder Umbau (vom Schafstall zum Wohntrakt auf dem von Oma noch bewohnten Bauernhof) über Mehrgenerationenhöfe, Sanierung und Ausbau von Vierkanthöfen bis zum klassischen Einfamilienhaus. Wie viele Projekte bespricht man da? Der Andrang war groß, die Möglichkeit, an Speeddatings zwischen Architekt*innen und Bauinteressierten teilzunehmen, wurde gut angenommen.

Alle drei Messen waren für uns ein erstes Mal, wir wollten es wagen und offen sein für verschiedene Bereiche und Locations. Die Wohnen & Interieur Wien im März 2025 war ein interessantes Erlebnis, wir hatten einen tollen Messestand, der gut zum Thema passte. Welches Interesse würde das Publikum mitbringen? Es zeigte sich, dass die Besucher*innen meist schon mit fertigen Bauprojekten kamen und nach Innenausstattung Ausschau hielten. Architektonische Konzepte waren schon in Realität umgesetzt, da gab es leider kaum noch Spielraum oder Bedarf.

Vorschau

Für 2026 geplant ist die Teilnahme an der HausBau + EnergieSparen-Messe Tulln (16.1.–18.1.2026), aber auch darüber hinaus sind wir mit anderen Messen im Gespräch und hoffen auf neue Kooperationen.

Wir sind der Zusammenarbeit mit den Messen sehr dankbar, die es der IG Architektur durch ihr Entgegenkommen möglich machen, auf Messen als Verein vertreten zu sein und damit auch unabhängige Beratung durch Architekt*innen kostenfrei anzubieten. Besonders wollen wir uns hier auch bei allen Kolleg*innen bedanken, die die IG Architektur am Stand und beim Speeddating mit Ihrer Zeit und ihrem Wissen unterstützt haben und es auch zukünftig tun. Ohne diese solidarische Hilfe wäre die inhaltliche Bereicherung der Baumessen durch die IG Architektur nicht möglich.

➔ Aufruf

 

Messe Tulln: 
Teilnehmer*innen gesucht

 

16.–18.01.2026, Messe HausBau + EnergieSparen 2026

Messestand der IG Architektur auf der Messe Wieselburg 2024. Foto: Messe BAU. ENERGIE. WOHNEN. Wieselburg

Vom 16. bis 18. Januar 2026 ist die IG Architektur mit einem Stand sowie zwei Terminen für das Architekt*innen-Speed-Dating auf der Messe HausBau + EnergieSparen 2026 in Tulln vertreten. Dafür suchen wir noch Architekt*innen, die beim Speed-Dating mit Bauinteressierten mitmachen und die Standbetreuung übernehmen.

Termine Speed-Dating

Samstag 17.01.2026 von 14–15 Uhr
Sonntag 18.01.2026 von 14–15 Uhr
Ort: Messegelände, 3430 Tulln an der Donau

Wer kann teilnehmen? Alle Architekt*innen, die Mitglied der IG Architektur sind oder es werden möchten, über Erfahrung in der Sanierung und im Bauen im Bestand verfügen und Lust haben, sich in kurzen Gesprächen mit Bauwilligen auszutauschen.

Gut zu wissen: Für Architekt*innen, die sich als Berater*innen für das Speed-Dating anmelden, werden kostenlose Eintrittskarten zur Verfügung gestellt, es fallen keine Kosten an. Lediglich die Anreise muss selbst organisiert werden.

Standbetreuung: Von Freitag, 16.01. bis Sonntag, 18.01.2026 ist die IG Architektur jeweils von 9 bis 17 Uhr mit einem Stand vor Ort. Hast du Lust, den Stand mitzubetreuen und spannende Gespräche mit Bauinteressierten zu führen? Dann melde dich gerne bei uns!

Speed Dating
Standbetreuung

➔ Aufruf

 

HouseEurope Petition FIX IT!

 

IG Architektur, Architects 5 Future, Studio Kollision

Bild: HouseEurope

Wusstest du, dass die Bauindustrie für rund 38 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich ist? Allein die Zementproduktion steht für 8 Prozent. Zum Vergleich: der gesamte Flugverkehr (Fracht & Passagiere) verursacht nur 2 Prozent. 

Der Bausektor folgt einem System, das uns beibringt, Risiko statt Potenzial zu sehen – und anzunehmen, dass neu immer besser ist als alt. Jeder Abriss zerstört Nachbarschaften, löscht Erinnerungen und Geschichten. Jede Renovierung dagegen erhält unser kulturelles Gedächtnis, stärkt lokale Identität – und schützt das Klima.

👉 Du kannst etwas verändern!

Unterstütze die Petition FIX IT! von HouseEurope und setze dich für neue EU-Gesetze ein, die bezahlbaren Wohnraum sichern und unseren Planeten schützen. SIGN NOW – für Klima, Kultur und Gemeinschaft.

Jetzt unterzeichnen

➔ Kommentar

 

Parkbad Ternitz: Der 10er bleibt!

 

Johannes Zeininger, Mitglied von Bauten in Not

Sprungturmanlage von Roland Rainer in Ternitz. Foto: Stadtgemeinde Ternitz

"Der 10er bleibt!": So berichtet die Stadtgemeinde Ternitz jüngst auf ihrer Homepage. Ein Statement, dem eine hitzige Debatte um den Erhalt oder Abriss des markanten Sprungturms der Wassersprunganlage von Roland Rainer aus den 1960er-Jahren vorangegangen ist.

Ternitz ist eine Industriegemeinde im Industrieviertel Niederösterreichs. Ihre Anfänge reichen tief ins 19. Jahrhundert. Nach 1945, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, verbesserte sich die soziale Lage der Ternitzer*innen stetig. Die neue Freizeit konnte in öffentlichen Einrichtungen wie Stadthalle und Parkbad bereits Ende der 1950er-Jahre genutzt werden. Eine Sprungturmanlage für den Breitensport ergänzt das Freibad, geplant von Architekt Roland Rainer.

Bereits in den 1980er-Jahren, am Ende des „Wirtschaftswunders“, wurden jedoch Veränderungen der Lebensgewohnheiten durch die zunehmende Mobilität und Individualisierung spürbar. Der erfolgreiche Betrieb eines „Einkaufsmagnets“ im Ortszentrum (kurze Wege) scheiterte. Der Kaufkraftabfluss in neue überregionale Einkaufszentren war nicht aufzuhalten. Parallel wurde das Parkbad 1987 zum „Erlebnisbad blub“ umgebaut, um mit den aufkommenden privaten Pools im Garten Schritt zu halten.

Die auf das Wesentliche reduzierte Wassersprunganlage von Roland Rainer als markantes Zeichen einer Industriegemeinde hatte dabei ausgedient. Wer springt heute noch vom Zehnmeterturm? Wenn, dann mit 3D-Brille auf der Couch. Das Bundesdenkmalamt will die Anlage nicht als Denkmal anerkennen. Auch eine Teilunterschutzstellung ist nicht drinnen. Die Gemeinde ist also auf sich alleine gestellt.

Für die Architektur stellt sich daher eine immer öfter zu stellende Frage. Abbruch und Neues? Die Normenentwicklung für den Bäderbau sind für den Bestand vernichtend. Fazit: Bestand unbrauchbar!

Es gilt nun architektonische Lösungen zu finden, die den authentischen Wert der gesamten Sprunganlage bewahren. Durch funktionelle und architektonische Transformation kann das bauliche Objekt in seiner Gesamtheit in ein zeitgemäßes Freizeit- und Badekonzept einbezogen werden. Die Lösungen dazu gehören auf den Tisch. Die architektonische Qualität des Bestands ist dabei ein unwiederbringlicher Wert. Die Ergebnisse gehören öffentlich in Ternitz diskutiert, denn es gibt Beispiele, die das bereits überzeugend leisten.
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BREAKING NEWS: Kein Happy End – die Bagger kamen doch! Das Tauchbecken unterm Sprungturm wurde einplaniert, dem 10 Meter Turm bleibt nur mehr die Option des Weitblicks. Es ist zu wünschen, dass dieses Angebot künftig in Ternitz genutzt wird.

➔ News aus der ZT-Kammer

 

anders kamma

 

Bernhard Sommer

Die berufspolitischen Vertreter*innen in der Kammer arbeiten ehrenamtlich, egal ob Mitglieder eines Ausschusses, Rechnungsprüfer, Sektionsvorsitzende oder Präsident*innen. Sie bekommen weder ein Gehalt noch Sitzungsgelder, noch Aufwandsentschädigungen, noch sonst irgendeine Form der Vergütung. Eine professionalisierte Vertretung wird immer von einzelnen Kolleg*innen gewünscht. Es zeigt sich aber anhand der WKO-Debatte, dass das zu einer Entkoppelung von der Realität der zu Vertretenden führt.

Nicht ganz unberücksichtigt darf dabei bleiben, dass die Gruppe der Ziviltechniker*innen ziemlich klein ist: ca. 7.200, davon ca. 3.500 Architekt:innen mit aufrechter Befugnis. Im Vergleich dazu hat die WKO 540.000 Mitglieder, die Arbeiterkammer 4 Millionen, die Ärztekammer immerhin ca. 50.000. Man sieht schon, dass das nicht so richtig vergleichbar ist. Eine vergleichbare Größenordnung findet man bei den neun Rechtsanwaltskammern, die in Summe ebenfalls ca. 7.200 Anwälte vertreten. Die kleine Größe ist eine Chance für Unabhängigkeit, Selbsterneuerung und eine demokratische Kultur. Mit den jährlichen Kammervollversammlungen agieren die Ziviltechniker*innenkammern gleichsam basisdemokratisch.

IG wirkt

Als vor 16 Jahren die IG Architektur als Liste IG ihre Expedition in die Kammer begann, war – neben dem Stärken des Zusammenhalts der Sektionen – eines unserer Anliegen, für Transparenz und Fairness auch in wirtschaftlichen Fragen zu sorgen. Das war viel Arbeit. Vor zwölf Jahren war die Liste IG erstmals stark genug, um Führungsrollen in der Kammer zu übernehmen. Zwei Jahre später wurden die bis dahin sehr unterschiedlich hohen Gehälter und Gehaltssprünge mit den Mitarbeiter*innen neu strukturiert und eine Basisvereinbarung geschlossen, die bis heute die Gehaltsanpassungen der Angestellten der Kammer an jene des Ziviltechniker-Kollektivvertrags binden.
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Demnächst zu lesen:
Die Präambel zur Stadtgestaltung und das MCI – eine Leiche im Keller

➔ Gastbeitrag

 

Frau mit Rückgrat:
Anupama Kundoo

 

Isabella Marboe, genau! journal für architektur, mensch & wort

Im AZW findet derzeit die Ausstellung "Anupama Kundoo. Reichtum statt Kapital" statt. Foto: Andreas Deffner

Frau mit Rückgrat: Die Architektin Anupama Kundoo wollte einfach authentisch leben und Bauten voller Fülle realisieren. Es ist ihr gelungen. Ein Gespräch.

Isabella Marboe: „Das Architekturzentrum Wien zeigt gerade die Ausstellung: ,Anupama Kundoo: Reichtum statt Kapital’. Das ist ein sehr eigenartiger Titel, Reichtum und Kapital sind ja fast synonym. Wie lässt sich das verstehen?“

Anupama Kundoo: „Ich habe früher meine Architektur vor allem sozioökonomisch und ökologisch verstanden, die Kuratorinnen Elke Krasny und Angelika Fitz extrahierten daraus den antikapitalistischen Aspekt. Ich muss sie loben. Meine Arbeit wurde schon so oft publiziert, aber noch niemand hat sie aus dieser Perspektive betrachtet.“

Isabella Marboe: „Das erste Projekt auf Ihrer Website ist eine kleine Hütte in Petit Ferme, die ganz nach anonymer Architektur aussieht. Das Erdgeschoss ist aus massiven Steinblöcken, darüber ein Holzgeflecht, eine Schlafgalerie unter dem steilen Dach. Können Sie die Geschichte dieser Hütte erzählen?“

Anupama Kundoo: „Das ist tatsächlich mein eigenes Haus. Ich lebte dort zehn Jahre, von 1990–2000. Als junge Frau dachte ich viel darüber nach, wie ich Architektur praktizieren sollte. Es gibt diese Vorstellung, dass Architekten nie genug Schlaf bekommen, immer arbeiten, immer Wettbewerbe machen müssen, ständig unter Strom stehen. Ich aber wollte authentisch sein. Man vergisst immer auf die menschliche Zeit als Ressource. In der Architektur spricht man so viel über Raum, aber nie über Zeit. Dabei sind Raum und Zeit unsere zwei physischen Anker in der Welt. Wir arbeiten auf dem Raum der Erde und in der Zeit der Erde.“

Isabella Marboe: „Ihre Architektur ist im wahrsten Sinne des Wortes handgemacht und gleichermaßen eine Antithese zum industriellen Bauen. Wie hat sich das entwickelt?“

Anupama Kundoo: „Mein Ziel war es immer, authentisch zu bleiben. Ich wollte weg von dieser postkolonialen Ausbildung, die das indische Handwerk so gering schätzte. Ich beobachtete Menschen, die mit einfachem Werkzeug sehr langsam Werkstücke von großer Qualität herstellten. In unserer technisierten Welt scheint für das Handwerk kein Platz mehr zu sein. Aber Effizienz um ihrer selbst Willen hat für mich keinen Sinn.“

Text auf "genau!" weiterlesen

➔ Aufruf

 

Concrete Design Competition

 

Wettbewerb für Studierende zur Transformation des Baustoffs Beton

Die Concrete Design Competition (CDC) 2025/26 lädt Studierende aus den Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Planung, Design und verwandten Disziplinen dazu ein, Beton neu zu denken.

Unter dem Motto Transform werden wissenschaftliche Arbeiten gesucht, die sich auf innovative Weise mit den Materialeigenschaften von Beton, seinem Herstellungsprozess oder dem innovativen und nachhaltigen Einsatz des Baustoffs beschäftigen. Ebenso willkommen sind Arbeiten zu ökonomischen Fragestellungen oder gesellschaftlichen Perspektiven auf Beton und seine Anwendungen.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen können sowohl Einzelpersonen als auch Teams, die eine Inskriptionsbestätigung für das Studienjahr 2024/25 oder 2025/26 vorweisen können und sich im Rahmen ihres Studiums oder eigeninitiativ mit der Transformation des Baustoffs Beton auseinandergesetzt haben.

Wie läuft die Teilnahme ab?

Für die Einreichung ist ein Poster zu erstellen, das die wissenschaftliche Arbeit und ihre Ergebnisse präsentiert. Zudem müssen eine Teilnahmeerklärung sowie eine Urheber- und Datenschutzerklärung eingereicht und das Einreichformular (s.u. unter "weitere Infos") ausgefüllt werden.

Was gibt es zu gewinnen?

Die Sieger*innen erhalten Geldpreise im Gesamtwert von 5.000 Euro sowie die Teilnahme an einem einwöchigen Workshop in Wien gemeinsam mit Studierenden aus Deutschland, den Niederlanden, Irland und Belgien. Dort arbeiten sie zusammen mit Expert*innen aus Industrie und Praxis an einem konkreten Projekt aus dem Bereich Beton, das anschließend gemeinsam umgesetzt wird – eine einzigartige Chance für Austausch, Praxiserfahrung und internationale Vernetzung.

Weitere Infos
IG Architektur
Gumpendorfer Straße 63 B
1060 Wien

+43 670 4032739
redaktion@ig-architektur.at
www.ig-architektur.at

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