Newsletter Juni 2024

Monatlicher Newsletter der IG Architektur - Juni 2024

Monatlicher Newsletter der IG Architektur

Juni 2024
Die IG Architektur ist eine seit zwanzig Jahren aktive österreichweite Interessensgemeinschaft von Architekturschaffenden. Sie ist Impulsplattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik und bringt sich regelmäßig in aktuelle Themenstellungen ein.

 

Inhalt

➔ Exklusiv für Mitglieder der IG Architektur

 

Einladung: Ausstellungsführung "Über Tourismus"


12.07.2024, 15:00-16:30
Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1 im MQ, 1070 Wien

Mit der Ausstellung „Über Tourismus“ zeigt das Architekturzentrum Wien Fehlentwicklungen der Reisebranche auf und präsentiert wachstumskritische Initiativen. Die IG Architektur lädt ihre Mitglieder zur gemeinsamen Führung durch die Ausstellung ein. Bild: Eröffnung der Ausstellung "Über Tourismus" am 20.03.2024. Foto: eSeL.at - Joanna Pianka

Immer mehr Menschen reisen öfter, weiter und kürzer. Welche Auswirkungen haben unsere Urlaubswünsche auf die gebaute Umwelt, das soziale Gefüge und den Klimawandel? Und wie können wir einen Tourismus imaginieren, der nicht zerstört, wovon er lebt?

Diesen Fragen widmet sich die noch bis 09.09.2024 laufende Ausstellung "Über Tourismus" des Architekturzentrum Wien. Am 12.07.2024 lädt die IG Architektur ihre Mitglieder von 15:00-16:30 Uhr zum Besuch der Ausstellung ein. Anne Wübben, Vermittlerin am Architekturzentrum Wien, wird durch die Ausstellung führen. Wir haben noch ein paar freie Plätze und freuen uns auf eine spannende Exkursion und anregende Diskussionen mit euch! Eine Anmeldung ist notwendig. First come, first served! Die Plätze werden an jene Personen vergeben, die sich als erstes anmelden. Beim Ausstellungsbesuch ist der Eintrittspreis selbst zu bezahlen.
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➔ Rückblick

 

Urlaubsstimmung beim Sommerfest der IG Architektur

 

Es war ein rauschendes Fest

Beim Sommerfest der IG Architektur am 19.06.2024 war der Innenhof der IG Architektur wieder einmal brechend voll. Bei Cocktails und Pizza traf sich das Netzwerk der IG Architektur und stieß auf ein solidarisches Miteinander an.

Vernetzung und ein solidarisches Miteinander sind tragende Säule der IG Architektur, aber auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen! Beim jährlichen Sommerfest treffen sich Mitglieder, Freund*innen und Verbündete, um auf eine gemeinschaftliche Praxis anzustoßen. Das Sommerfest der IG Architektur am 19.06.2024 war wieder einmal ein rauschendes Fest mit Pizza, Cocktails und viel Urlaubsstimmung!

➔ Einladung

 

Student*in
und kein Platz zum Arbeiten?


Dann bewirb dich bei Ateliers on Demand!

Mit Ateliers on Demand schafft die IG Architektur neue Orte für Architekturstudierende, um Diskurs, Teamfähigkeit und Netzwerkbildung zu stärken  – temporär, kostenfrei und ohne Gegenleistung.

Mit dem Programm Ateliers on Demand will die IG Architektur neue Orte schaffen, um Diskurs, Teamfähigkeit und Netzwerkbildung unter Architekturstudierenden zu fördern, aber auch den Austausch zwischen Architekturstudierenden und Architekturbüros zu stärken. Gerade jetzt, in Zeiten magerer Auftragslage, stehen viele Arbeitstische in Architekturbüros leer. Mit “Ateliers on Demand” lädt die IG Architektur Wiener Architekturbüros ein, leerstehende Arbeitstische Architekturstudierenden in Wien zur Nutzung als kollektive, studentische Ateliers zur Verfügung zu stellen – temporär, kostenfrei und ohne Gegenleistung. Die Laufzeit des Programms ist unbegrenzt, eine Teilnahme jederzeit möglich.

Diese Büros stellen aktuell Arbeitsplätze zur Verfügung: 
Architekten Tillner und Willinger
chociwski architekten
juri troy architects
Pichler & Traupmann Architekten
sandbichler architekten
smartvoll Architekten
Soyka/Silber/Soyka Architekten

Meike Hagemann, Studentin und seit kurzem Vorstandsmitglied der IG Architektur: "Dank dem Students-in-Residence-Programm ist die IG Architektur für mich zu einem Wohlfühlort für das Architekturstudium geworden, der Kreativität, Gemeinschaft und Inspiration vereint und somit die Basis für visionäre Ideen bildet. Ich wünsche mir, dass alle Architekturstudierenden mit Ateliers on Demand dieselbe Chance bekommen."
Neugierig? Dann bewirb dich jetzt!

➔ Kommentar

 

… alles Neubau!


Droht beim Wettbewerb "Haus der Jugend" ein Bauchfleck?
Johannes Zeininger

Das Theater Akzent ist eine seit 1989 bestehende Bühne der Wiener Kammer für Arbeiter*innen und Angestellte (AK) im 4. Wiener Gemeindebezirk. Das Franz-Domes-Heim von Roland Rainer musste in den 1980er-Jahren diesem im postmodernen Stil errichteten Bau weichen. Beim aktuell von der Wiener Arbeiterkammer ausgelobten Wettbewerb "Haus der Jugend" sollen nicht die gleichen Fehler wiederholt werden! Foto: Wikipedia

Die Kammer für Arbeiter*innen und Angestellte für Wien (AK) lobt aktuell einen offenen, zweistufigen Realisierungswettbewerb für das zukünftige Haus der Jugend in der Wiener Plößlgasse aus. Erst auf die Initiative der ZT-Kammer konnte erreicht werden, dass der von der AK beabsichtigte Abbruch eines am Bauplatz befindlichen Bürogebäudes nicht zum unabdingbaren Teil der Aufgabenstellung wurde. Nun ist es den Wettbewerbsteilnehmenden freigestellt, ob das Bestandsgebäude abgerissen oder in Teilen umgenutzt werden soll. Am 17.09.2024 entscheidet die Wettbewerbsjury über das beste Projekt.

Es ist für mich unglaublich, dass die Kammer für Arbeiter*innen und Angestellte für Wien, die eine aktive gesellschaftspolitische Rolle im medialen Diskurs führt, dabei ist, mit dem Wettbewerb für ihr Haus der Jugend unreflektiert einen Bauchfleck hinzulegen. Wie kann es sein, dass im Jahr 2024 – nachdem der Schutz von Gebautem zum stadtpolitischen Banner erhoben wurde – ein funktionstüchtiges Gebäude plattgemacht wird? Auch wenn es wie versprochen noch so nachhaltig zerbröselt wird? Geht’s noch?

Unsere Berufsvertretung hat mit baukulturellen Anliegen einen schweren Stand. Das Mitspracherecht bei der Freigabe von Wettbewerben ist nur auf die formalen Auslobungskriterien beschränkt. Die inhaltliche Aufgabenstellung beansprucht die auslobende Stelle alleinig für sich und meint, dass sie das uneingeschränkte Verfügungsrecht dazu hat. Um das durchzusetzen, werden zunehmend, wie auch in diesem Fall, Anwaltskanzleien als Verfahrensorganisatoren bestellt. Beim von der AK ausgelobten Realisierungswettbewerb "Haus der Jugend" in der Plößlgasse 13 in Wien konnte nur durch großen Einsatz der ZT-Kammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland erreicht werden, dass der von der AK beabsichtigte Totalabbruch eines derzeit am Bauplatz befindlichen, völlig funktionstüchtigen Bürogebäudes nicht zum unabdingbaren Teil der Aufgabenstellung wurde. Nunmehr ist es den am Wettbewerb Teilnehmenden freigestellt, das Bestandsgebäude abzureißen oder in Teilen umzunutzen – ein wichtiger Grund, warum die Berufsvertretung den Wettbewerb positiv ("Grüne Hand") beurteilen und profunde Fachjurorinnen in die Jury entsenden konnte. Jetzt liegt die Entscheidung für das überzeugendste Wettbewerbsprojekt in Händen der Wettbewerbsteilnehmenden sowie der Wettbewerbsjury und ihrer Kompetenz. Man wird sehen, ob sich die AK einem Projekt anschließen kann, das die Umnutzung des Bestandsgebäudes vorsieht.

Man erinnere sich an den unrühmlichen Vorgang um das Theater Akzent gleich nebenan, wofür 1989 das Franz-Domes-Heim von Roland Rainer weichen musste. Noch heute bekomme ich eine baukulturelle Gänsehaut. Das Theater Akzent, in historisierendem Tarngewand und kruder Betonfertigteilbauweise errichtet, ersetzte das von der AK 1951-52 errichtete Lehrlingsheim von Roland Rainer, ein herausragendes Beispiel eines frühen, von Ressourcenverantwortung getragenen Nachkriegsbaus. Dass das Heim in den 1980er-Jahren zum Abbruch kam, zeigt exemplarisch, wie Bauten des Wiederaufbaus nach 1945 in den letzten Jahrzehnten Freiwild der Immobilienwirtschaft und des rücksichtslosen Maximierungswahns geworden sind.

In der Wiener Plößlgasse 13, dem künftigen Haus der AK für die Jugend, sollten nicht die gleichen Fehler der Alten wiederholt werden!

Johannes Zeininger ist Architekt in Wien (zeininger architekten), Mitglied des Ausschuss Städtebau der ZT-Kammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie langjähriges Mitglied der IG Architektur.

➔ Rückblick

 

IG Architektur: Unterwegs in Österreich für ein starkes Netzwerk


Vorstandssitzung und Open Bar in Eisenstadt
Michaela Geboltsberger

Die IG Architektur war im Mai unterwegs in Eisenstadt. Der Besuch war alles andere als Pflichtprogramm. Wir freuen uns, dass uns unsere Freund*innen vom Architektur Raumburgenland so herzlich empfangen haben und kommen gerne bald wieder! Foto: IG Architektur

Die IG Architektur setzt sich zum Ziel, eine enge Vernetzung mit allen Bundesländern zu erreichen. Im Rahmen der Vorstandssitzungen ist die IG Architektur in ganz Österreich unterwegs. Am 15. Mai waren der Vorstand, das Team und Interessierte zu Gast im Architektur Raumburgenland in Eisenstadt. Neben der Vorstandssitzung gab es eine Stadtführung mit dem künstlerischen Leiter des Architektur Raumburgenland, Niklaus Gartner. Die anschließende Open Bar dauerte bis spät in die Nacht, und die Gäste mussten sich beeilen, um den letzten Zug nach Wien zu erwischen. Als nächstes steht im Herbst Oberösterreich auf dem Programm. Wir freuen uns darauf!

➔ Aufruf zur Teilnahme

 

Umfrage zu einer Muster(um)bauordnung für Österreich!


Eine Kooperation von Architects for Future und IG Architektur

Schon einfache Änderungen der Nutzung und untergeordnete Umbauten lösen Anforderungen an Altbauten aus, die nicht einfach zu erfüllen sind. Das motiviert zum Abriss, da neu zu bauen vermeintlich viel einfacher wirkt. Wir rufen zur Teilnahme an der Umfrage zur Umbauordnung auf! Foto: Putschlögl/ Der Standard.

Im Zuge einer Kooperation zwischen Architects For Future Austria und der IG Architektur werden derzeit gesetzliche Regelungen und technische Normen gesucht, die die Transformation von Bestandsgebäuden behindern oder erschweren.

Mit einer anonymen Umfrage wenden wir uns daher an unser Netzwerk und bitten um Teilnahme aller Expert*innen und Planer*innen unterschiedlichster fachlicher Disziplinen, die Erfahrung im Umgang mit Bestandsgebäuden haben. Ziel ist es, einen möglichst breiten Blick darauf zu werfen, welche aktuellen Normen und Regelwerke eine zeitgemäße Weiternutzung des Gebäudebestands erschweren.

Die Ergebnisse werden analysiert und sollen in weiterer Folge als Grundlage für die Erarbeitung einer länderübergreifenden Muster(Um)bauordnung zur Erleichterung der Sanierungsbedingungen in Österreich dienen.

Vielen Dank für eure Teilnahme!
An der Umfrage teilnehmen

➔ Rückblick

 

Jetzt online:
Vom Bau zum Umbau.
Ein Symposium zur Bauwende
Teil 2: Bau und Gesetz


Veranstaltet in Kooperation von IG Architektur und ÖGFA am 24.11.2023

Ende 2023 veranstalteten ÖGFA und IG Architektur das Symposium "Vom Bau zum Umbau. Ein Symposium zur Bauwende". Nun ist auch das Video des zweiten Teils zum Thema Bau und Gesetz auf YouTube verfügbar. Foto: eSeL.at – Joanna Pianka

Am 24. November 2023 fand das Symposium „Vom Bau zum Umbau. Ein Symposium zur Bauwende“ im Festsaal der alten WU statt. Nach dem erste Teil der Veranstaltung (Raum und Boden) ist nun auch der zweite Teil (Bau und Gesetz) auf YouTube online verfügbar. Der dritte und letzte Teil wird in der kommenden Ausgabe des IG-Architektur-Newsletters veröffentlicht.

Im zweiten Themenschwerpunkt des Symposiums wurde unter dem Titel Bau und Gesetz die konkrete Baupraxis der Gegenwart beleuchtet. In Architektur, Bauwirtschaft und Forschung wurden in den letzten Jahren viele Analysen, Programme und Projekte zur Implementierung der Kreislaufwirtschaft initiiert. Gleichzeitig steht eine Fülle von rechtlichen Rahmenbedingungen der Umsetzung oft im Weg. Problematisch sind insbesonders Gesetze, die sich oft gegenseitig widersprechen, oder Leitlinien, die zwar sinnvoll sind, aber unverbindlich bleiben und ignoriert werden. Wo liegen hier die größten Hindernisse für eine Bauwende auf breiter Front? Wo muss mit Anreizen und wo muss mit Verboten gearbeitet werden? Wie lässt sich eine sinnvolle CO2-Bepreisung umsetzen?

In ihrem per Zoom zugeschalteten Vortrag erläuterte Charlotte Malterre-Barthes (EPFL Lausanne) die Hintergründe und Ziele des von ihr formulierten Neubau-Moratoriums und setzte die Frage nach dem Umgang mit Bausubstanz in Beziehung zu globalen Fragen der Verteilungsgerechtigkeit. Die Extraktion von Rohstoffen für die Bauwirtschaft steht hier in enger Beziehung zur Ausbeutung von Land und der dort lebenden Personen. Die Entscheidung über eine klimagerechte Bauwirtschaft, so Malterre-Barthes, ist keine rein planerische und architektonische, sondern immer auch eine (welt-)politische.

Johanna Leissner (Fraunhofer-Institut) knüpfte hier an und berichtete aus ihrer langjährigen Arbeit auf europäischer Ebene als Koordinatorin des integrierten EU-Projekts „Auswirkungen des Klimawandels auf die Erhaltung des kulturellen Erbes“ und als Nationale Expertin der Bundesrepublik Deutschland für den Bereich „Technologien zum Erhalt des europäischen Kulturerbes“ bei der Europäischen Kommission. Ihr Vortrag „Klimawandel und Kulturerbe – eine europäische Perspektive“ stellte die Initiative Cultural Heritage for Climate Change vor, die erstmals erfasst, was der Schutz des baukulturellen Erbes für den Schutz des Klimas und der Lebensgrundlagen leisten kann.

Von der europäischen auf die lokale Ebene und in die konkrete Praxis führte der Vortrag von Peter Bauer (Werkraum Ingenieure, Professor an der TU Wien, Vizepräsident der ZT-Kammer für Wien, NÖ und Burgenland). Die EU-Bauprodukteverordnung, das (geplante und gescheiterte) Erneuerbare-Wärme-Gesetz, OIB, Bauordnung und Mietrechtsgesetz (MRG): Diese und andere Gesetze definieren, wie wir Klimagerechtigkeit beim Bauen umsetzen können und stellen oft genug Hindernisse auf diesem Weg dar. Peter Bauers pointierter Schnelldurchlauf durch diese Gesetze endete mit den ebenso klar formulierten Antworten auf die Frage: Was ist jetzt zu tun? 

In der anschließenden Podiumsdiskussion (Moderation Maik Novotny) wurde mit den Vortragenden sowie mit Keynote-Speaker Werner Sobek, Lukas Vejnik (Allianz für Substanz) und Markus Zilker (einszueins architektur) der schonende Umgang mit Bausubstanz und Ressourcen, die Verantwortung der Architekturschaffenden und der Wunsch nach erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Bauwende erörtert.

Symposium Teil 2 nachsehen

➔ Hinweis

 

Umbauhof


Aktuelle Ausstellung im Architektur Raumburgenland
Nikolaus Gartner

Der Umbauhof, initiiert im Rahmen der Architekturtage 2024 von Architektur Raumburgenland mit asphalt / kollektiv für architektur, soll die Wiederverwendung von Bauteilen fördern und Bauabfälle reduzieren. Foto: Architektur Raumburgenland

Die Bauwirtschaft zählt zu den größten Verursachern von Abfall. Bestandsgebäude werden meist abgerissen, gänzlich entsorgt und durch Neubauten ersetzt. Planungskonventionen sehen eine limitierte Dauerhaftigkeit von Gebäuden und Bauteilen vor, eine Nachnutzung von Materialien und Bauteilen ist nach Ablauf deren geplanten Lebenszyklen nicht vorgesehen. Aufgrund von ökologischen Krisen und verschwenderischem Ressourcenverbrauch ist allerdings ein Paradigmenwechsel im Gange: Lehre, Forschung und Praxis beschäftigen sich intensiver mit Kreisläufen im Bauwesen und einer vorausschauenden Planung, die über die Lebenszyklen von Gebäuden hinausgeht. Bestandsgebäude werden zu Rohstoffquellen, Häuser aus wiederverwendeten Bauteilen errichtet.

Um das hiesige Bautreiben zu einem bewussteren und ökologischeren Ressourceneinsatz zu bewegen, initiierte der Architektur Raumburgenland mit asphalt / kollektiv für architektur im Rahmen der Architekturtage 2024 den Umbauhof, der die Wiederverwendung von Bauteilen fördern und Bauabfälle reduzieren soll. Anstatt im Baumarkt neue Materialien zu kaufen und am Müllplatz alte zu entsorgen, sollen im Umbauhof gebrauchte Bauteile und Materialien gesammelt, getrennt, sortiert, aufbereitet und zur Entnahme angeboten werden. Durch die lokale, öffentliche Stelle soll die Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen den Bewohner:innen einfach ermöglicht und die öffentliche Hand Vorbild der Kreislaufwirtschaft werden.

Der Umbauhof ist als Feldexperiment und Pilotprojekt zu verstehen. Ausgewählte Bauhöfe und Altstoffsammelzentren im Burgenland wurden für jeweils einen Tag zu einem Pop-Up-Umbauhof. Mit diesen ist asphalt / kollektiv für architektur in die direkte Auseinandersetzung mit dem Abfallkreislauf gegangen und hat Möglichkeiten der Wiederverwendung von Material untersucht, aktuelle Prozesse in Frage gestellt und Szenarien formuliert. (Fast) jede Gemeinde hat einen Bauhof oder ein Altstoffsammelzentrum – Was, wenn dieser Bauhof zum Umbauhof wird? Was, wenn dieser Anlaufstelle für private und gewerbliche Kund*innen ist, die nachhaltig bauen, sich informieren und weiterbilden wollen? Was, wenn der Umbauhof Raum für Handwerk bietet? Was, wenn der Umbauhof Materiallager, Werkstatt, Tausch- und Verkaufsort, Schaudepot und Plattform ist, um Potentiale neuer Ästhetiken und Praktiken im Bauwesen zu demonstrieren? Was, wenn der Umbauhof sozialer Treffpunkt ist? Die Umbauhof-Pop-Ups sind als prozesshafter, analytischer Startpunkt zu verstehen. 

Die Ausstellung "Umbauhof. Zwischen Bauhof und Müllplatz", die bis zum 21.07.2024 in der Architekturgalerie in Eisenstadt zu sehen ist, zeigt den Prozess und die Dokumentation dieser Reallabore. Als „Schaulager“ konzipiert, werden durch die Zurschaustellung exemplarischer wiederverwertbarer Bauteile und Materialien die komplexen Zusammenhänge hinter den Abläufen des zirkulären Bauens mit Sammeln, Sortieren, Aufbereiten und Wiederverwendung vermittelt.

Nikolaus Gartner ist künstlerischer Leiter des Architektur Raumburgenland und Teil von asphalt / kollektiv für architektur

Umbauhof: Zwischen Bauhof & Müllplatz

➔ Hinweis

 

Die Messe ARCHITECT@WORK kommt wieder nach Wien! 


09. und 10.10.2024
Wiener Stadthalle, Roland-Rainer-Platz 1, 1150 Wien

Die exklusive Ausstellung ARCHITECT@WORK lädt am 9. und 10. Oktober 2024 wieder mit vollem Elan Aussteller*innen, Architekt*innen und Gestalter*innen nach Wien ein. 

Was erwartet euch? 

  • Mehr als 160 Aussteller*innen präsentieren wieder ihre innovative Produkte – ausgewählt von einem Fachgremium, das mit Architekt*innen und Innenarchitekt*innen besetzt ist.
  • Spannende und interessante Vorträge 
  • Eine Sonderschau rund um das Thema „Leicht.Bau“

Freier und schneller Eintritt mit dem Code IGNW89 oder über den Link:

Kostenlosen Eintritt sichern
IG Architektur
Gumpendorfer Straße 63 B
1060 Wien

+43 (0)1 408 93 60
redaktion@ig-architektur.at
www.ig-architektur.at

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