Die IG Architektur ist eine seit zwanzig Jahren aktive österreichweite Interessensgemeinschaft von Architekturschaffenden. Sie ist Impulsplattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik und bringt sich regelmäßig in aktuelle Themenstellungen ein.
Die 1-Milliarden-Euro-Chance der Wiener Stadtplanung
Claudia Gerhäusser (Redaktion GAT.news), Johannes Zeininger
Der für 2027 geplante Abriss der alten WU in Wien sorgt für Diskussionen. Kritische Stimmen meinen, dass die Stadt Wien mit einem Abriss eine enorme Chance verspielen würde, eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige und klimabewusste Planungskultur einzunehmen. Foto: Lucy Hofmann, zur Verfügung gestellt von Kreative Räume Wien.
„Der bestehende Gebäudekomplex wird ab 2027 abgerissen.“ So beginnt am 18.3.2024 ein ORF-Artikel über die Entwicklungspläne des neuen Bildungsstandorts auf dem Gelände der alten Wirtschaftsuniversität am Wiener Althangrund. 150.000 m² neu gebaute Nutzfläche soll in Zukunft zur Verfügung stehen. Am selben Tag hatten die Stadt Wien, der Bezirk, die ÖBB, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die Universität Wien und die BOKU das 1-Milliarden Euro teure Neubauprojekt der Presse vorgestellt.
Ja, hat man denn nichts gelernt? Keine 6 Monate zuvor, an gleicher Stelle, zeigte die wirklich gute Ausstellung „Sorge um den Bestand“, was möglich ist, wenn nicht abgerissen wird. Zehn Beispiele und entsprechende Handlungsprämissen vermittelten die Kurator:innen Laura Holzbergin, Olaf Bahner und Matthias Böttger. Es wäre ein Einfaches gewesen, den Ausstellungsort direkt in ein Experimentierfeld und insbesondere zu einem Pilotprojekt im Sinne einer ernsthaften Sorge um den Bestand zu machen.
Aber ach! Planungen sind zäh, Planungsentscheidungen werden weit im Voraus getroffen und kaum einer hat die Chuzpe, Geplantes umzudenken – um-zu-bauen. Wobei, man liest, es gäbe noch gar keine genauen Pläne, man stehe kurz vor einem „städtebaulichen Wettbewerb“, so Stadträtin Sima.
Schade! Nein, unglaublich fad. So wird das nichts mit der Vorreiterrolle für eine nachhaltige und klimabewusste Planungskultur. So wird es nichts mit dem Abschied vom CO2-Verschleudertrauma, das Österreichs Städte und Gemeinden schon länger mit sich herumschleppen.
Aus Interesse: Wurde ausreichend evaluiert, was klimaschonender ist – Abriss oder Umbau? Gibt es Studien dazu, die eine Nachnutzung dem Abriss gegenüberstellen und jeweils die ökologischen wie auf lange Sicht ökonomischen Aspekte vergleichen? Kurz, auf welche Daten stützen die Projektträger ihre Entscheidungen zum Abriss?
Bevor die Lust auf das komplexe Vorhaben vergeht, gibt es Vorteile zu nennen, die eine Neuordnung des Areals mit sich bringen. Die geplante Zugänglichkeit aus dem Stadtviertel auf Straßenniveau ist einer davon, versprochene neue Freiflächen ein anderer. Ein städtebaulicher Wettbewerb ist für Sommer 2024 geplant und soll diese Durchlässigkeit thematisieren. Anschließend soll 2025 erst der Flächenwidmungsplan überarbeitet werden und dann ein Bebauungsplan folgen. Eine offene Diskussion über diesen Fahrplan und den Neubau müsste deshalb spätestens ab jetzt geführt werden.
Es bleibt ein kleines Zeitfenster, um zumindest den kompletten Abriss öffentlich infrage zu stellen. Geplant ist dieser ab 2027. Ob im Wettbewerb ein Beitrag eine Alternative zum großen Abriss städtebaulich und architektonisch wagen wird? Und werden am Ende Flächen entsiegelt? Da der Gebäudekomplex größtenteils auf einer Betonplatte über dem Franz-Josef-Bahnhof steht, ist Entsiegelung hier kein Rückgewinn an Grünräumen oder natürlicher Bodenflächen. Der Plan sieht eine 1,5m dicke Erdschicht vor, um darin Bäume anzupflanzen. Man könnte mit dem bestehenden Plateau auch expliziter umgehen. Auch in Anbetracht dessen, dass die Bahnhofsüberbauung und das WU-Hauptgebäude an der Althanstraße bis 1982 von Kurt Hlaweniczka gemeinsam mit Karl Schwanzer entworfen und realisiert wurden.
Die BOKU – Universität für Bodenkultur – ist einer der neuen Nutzer des Areals. Könnte so viel wissenschaftliches Know-how zum Thema Bodenschutz und Klimawandel vor Ort doch noch eine Wende auslösen? Laut Projektverantwortliche werden Bestandsnutzung, Kreislauffähigkeit und ressourcenschonender Einsatz von Baumaterialien angestrebt. 40% der Tragstruktur will man dennoch nur erhalten. Wenn der Abriss kommt, sollte eine passende Planung der Wiederverwendung der Materialien vorliegen, es sollte nachgewiesen sein, dass ein Erhalt nicht ressourcenschonender und nachhaltiger wäre. Einen rein monetär motivierten Abriss kann man sich heute gar nicht leisten. Robert Temel, Sprecher der Plattform Baukulturpolitik, schreibt es in einem Kommentar (Social Media) passend zusammen: „Man müsste nicht enorme Mengen an Beton abreißen und durch enorme Mengen an Beton wieder ersetzen.“ Gemeint ist damit auch, dass die Lebenszyklusbilanz des Bestands nach etwas mehr als 30 Jahren Nutzung und 10 Jahren Zwischennutzung bislang nicht ausgeglichen ist. Im Prinzip sind die bestehenden Gebäude noch zu jung zum Sterben.
Dieser Beitrag stammt von der Redaktion GAT und wurde am 20.03.2024 in gat.news veröffentlicht. Im Rahmen einer Kooperation zwischen GAT und der IG Architektur werden Texte seit 2024 wechselseitig veröffentlicht.
Kommentar von Johannes Zeininger (IG Architektur) "Wir haben zu viel konsumiert, zu viele Ressourcen verbraucht. Jetzt ist es an uns Architekten, das zu reparieren." Yasmeen Lari, Architektin, Pakistan
Mit diesem Statement wurde im November 2023 das Symposium „Vom Bau zum Umbau“ in der Alten WU von der ÖGFA und der IG Architektur eingeleitet. Wir brauchen einen Abriss-Stopp! Und jetzt, nicht einmal ein halbes Jahr später: Abriss einer fast neuen Uni für eine noch neuere Uni!
In Wiens Stadtkörper türmen sich in allen Dimensionen laufend Fehlgriffe im Umgang mit dem Wiener Bestand auf. Nicht erst das Thema Heumarkt zeigt, wie Stadtentwicklung in diesem Bereich großteils neben der Spur läuft. Die Liste ist lang, die Alte WU sticht aber durch ihre städtebauliche, volkswirtschaftliche sowie Gemeinwohl-relevante Größenordnung heraus.
Und immer die gleiche Vorgangsweise: Politische Weichenstellungen hinter verschlossenen Türen, dann aufbereitete Medienkampagnen als Heilsverkündung, um anschließend einsetzende öffentliche Diskussionen auszusitzen. Anstelle im Vorfeld in öffentlicher Aussprache offen den Umgang mit Bestand zu analysieren, zu diskutieren und in die Entwicklungslinien für Künftiges sinnstiftend einzubauen. Mit der Alten WU wird eine Uni – die zwischengenutzt als Ausweich-Uni ihr Potenzial als Ort des Wissenstransfers perspektivisch ins 21. Jahrhundert ausbaute – nun für eine Uni-neu plattgelegt.
Das Projektmodell kann bereits vor dem angekündigten Wettbewerb 1:1 in der Mariahilfer Straße Nr. 16-18 besichtigt werden. GEHT´S NOCH?
Die produktive Stadt – ein Reallabor zwischen Wien und Charkiw
11.04.2024, 17:00 IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien
Wien und Charkiw, zwei Städte, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben, arbeiteten anlässlich der Kyiv Biennale in einem gesamteuropäischen Setting zum Thema produktive Stadt zusammen. In einem in Wien und Charkiw eingerichteten Reallabor tauschten sich Planer:innen aus der Ukraine mit Kolleg:innen aus Österreich in einem hybriden Raum als gemeinsamer Arbeitsstätte aus. Eine Fortführung des Dialogs findet am 11.04. um 17:00 in der IG Architektur statt. Abbildung: Johannes Zeininger.
Im Rahmen der Kyiv Biennale, die von Oktober bis Dezember 2023 zu Gast in Wien war, wurde ein in Wien und Charkiw verortetes Reallabor eingerichtet, in dem Planer:innen aus der Ukraine mit Kolleg:innen aus Österreich in einem hybriden Raum als gemeinsame Arbeitsstätte zusammenarbeiteten.
Was heißt „produzieren“ in einer postindustriellen Gesellschaft auf der Suche nach einer ausgeglichenen Lebensweise in der Dichte der komplexen Stadt? Was können Erfahrungen kollektiver Bedrohungen und gemeinschaftlicher Antworten darauf beitragen, um unsere Städte in Zukunft hier und dort so zu verändern, dass ein gutes Leben für alle verstärkt möglich wird? Diese Themen sowie damit in Verbindung stehende Subthemen wurden in fünf Arbeitssitzungen des Reallabors aufgegriffen, analysiert, Grundlagen für Lösungsansätze erarbeitet und die Ergebnisse der Aktion ad hoc in der Ausstellung der Kyiv Biennale in Wien dokumentiert. Das Gesamtergebnis wird zurzeit in einer „Digitalen Skulptur“ manifestiert. Eine Fortführung des Dialoges ist bereits vereinbart. Ein Besuch in einem friedlichen, nicht weiter zerstörten Charkiw ist Hoffnung und konkretes Ziel zugleich.
Nun wird das Programm von der IG Architektur weitergeführt. Am 11.04.2024 um 17.00 findet der nächste Austausch statt. Die Kolleg:innen aus Charkiw werden per Zoom zugeschaltet. Ort: IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien. Der Austausch findet auf Englisch statt.
Das Programm 2023 wurde von der Kammer der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen und der Ziviltechniker:innen für Wien, Niederösterreich und Burgenland unterstützt.
➔ Aufruf
Ateliers on Demand
Kick-off: 22.04.2024, 18:30, Hörsaal 7 Schütte-Lihotzky, TU Wien
Mit dem Programm Ateliers on Demand will die IG Architektur neue Orte für Architekturstudierende schaffen, um Diskurs, Teamfähigkeit und Netzwerkbildung zu stärken.
Das neue Programm Ateliers on Demand der IG Architektur vermittelt Architekturstudierenden in Wien leerstehende Arbeitsplätze in Wiener Architekturbüros zur Nutzung als kollektive, studentische Ateliers – temporär, kostenfrei und ohne Gegenleistung. Durch eine bislang einzigartige Verbindung von universitärem Wissen und beruflicher Praxis wird Raum geschaffen für Solidarität und generationsübergreifenden Fachdialog. Ateliers on Demand wird mit einem Kick-off am 22.04.2024 an der TU Wien gestartet. Macht mit!
Freude am Diskurs, Teamfähigkeit, interdisziplinäres Arbeiten, Netzwerkbildung: Dies sind zentrale soziale Kompetenzen, die im Rahmen eines Architekturstudiums – neben den fachlichen Kompetenzen – erworben werden können. Kollektiv nutzbare Arbeitsräume wie beispielsweise Architekturzeichensäle bieten dafür das ideale Umfeld. Hier wird bereits im Studium praktiziert, was auch im Berufsleben wesentlich ist: Zusammenarbeit an Projekten, Weitergabe von Wissen und ein qualifizierter fachlicher Diskurs. All dies sind wichtige Voraussetzungen zur Entwicklung einer kritischen Haltung und einer qualitätsorientierten, progressiven Architekturpraxis – die Basis jeglicher Baukultur. Netzwerke, die in Architekturzeichensälen entstehen, bilden ein wesentliches Fundament späterer beruflicher Zusammenarbeit.
Mit dem Programm Ateliers on Demand will die IG Architektur neue Orte für Architekturstudierende schaffen, um Diskurs, Teamfähigkeit, Austausch und Netzwerkbildung zu stärken. Gerade jetzt, in Zeiten magerer Auftragslage, stehen viele Arbeitstische in Architekturbüros leer. Mit Ateliers on Demand lädt die IG Architektur Wiener Architekturbüros ein, leerstehende Arbeitsplätze Architekturstudierenden in Wien zur Nutzung als kollektive, studentische Ateliers zur Verfügung zu stellen – temporär, kostenfrei und ohne Gegenleistung.
Ateliers on Demand ist dabei nicht Ersatz, sondern Ergänzung zu Architekturzeichensälen. Durch eine bislang einzigartige Verbindung von universitärem Wissen und beruflicher Praxis wird Raum geschaffen für Solidarität, generationsübergreifenden Fachdialog und Austausch zwischen Universitäten und Architekturbüros. Ateliers on Demand ist aber auch ein Beitrag zur Debatte über die Studienbedingungen Architekturstudierender in Wien und die diesbezüglich dringliche Notwendigkeit von Architekturzeichensälen – die Labore einer Architekturfakultät.
Ateliers on Demand wird mit einem Kick-off am 22.04.2024 um 18:30 Uhr an der TU Wien gestartet. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen der TU Wien, der Fachschaft Architektur, Studierenden und Wiener Architekturbüros sollen darüber hinaus neue, innovative Formen der Verbindung von Lehre und Praxis diskutiert, die Bedeutung von Architekturzeichensälen besprochen und das Potenzial von Ateliers on Demand aufgezeigt werden.
Kick-off Ateliers on Demand Montag, 22.04.2024, 18:30 Hörsaal 7 Schütte-Lihotzky, TU Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien, EG
Kick-off-Speeches Maria Megina/ IG Architektur Rudolf Scheuvens/ Dekan Fakultät für Architektur und Raumplanung TU Wien
Podium Paul Guderian/ Fachschaft Architektur TU Wien Andres Schenker/ Schenker Salvi Weber Architekten Ute Schneider/ Professorin für Städtebau TU Wien Vincent Clarence Wildhirt/ Architekturstudent TU Wien
Erweitertes Podium Marko Jell-Paradeiser/ Ausschuss Newcomer der ZT Kammer Wien/NÖ/Bgld Zeichensäle Architektur TU Wien
Moderation Katja Puschnik/ Architekturstudentin TU Wien, IG Architektur
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der TU Wien/ Dekanat der Fakultät für Architektur und Raumplanung
17.04.2024, 17:00 Vorstandssitzung/ 19:30 Open Bar IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien
Die IG Architektur lädt einmal pro Monat zur Vorstandssitzung ab 17:00 und zur monatlichen Open Bar ab 19:30 ein. Kommt vorbei!
Am 17. April laden das Team und der Vorstand der IG Architektur alle Mitglieder und Interessierten zur Vorstandssitzung und zum Netzwerktreffen – der Open Bar – ein. Wir möchten euch treffen, uns austauschen, euch kennenlernen und einen netten Abend verbringen. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!
Mittwoch, 17.04.2024 IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien 17:00 Vorstandssitzung 19:30 Open Bar (open end)
➔ Save the Date
Die IG Architektur mitgestalten? Dann melde dich zur Jahresklausur an!
26. + 27.04.2024 Stadtteilbüro GB*, Quellenstraße 149, 1100 Wien
Viel haben wir im letzten Jahr erreicht, und wir freuen uns auch in Zukunft auf neue, spannende Herausforderungen mit dem IG-Architektur-Netzwerk! Bringt euch bei der Jahresklausur ein und gestaltet die IG Architektur aktiv mit!
Möchtest du die Zukunft der IG Architektur mitgestalten? Dann solltest du unbedingt an unserer Klausur am Freitag, 26. und Samstag, 27.04.2024 teilnehmen. Wir werden einen kurzen Rückblick ins vergangene Jahr machen, um uns dann der Zukunft zuzuwenden: Was möchten wir gemeinsam erreichen? In einer netten Runde treffen wir uns zu einem interessanten Austausch. Alle Mitglieder und jene, die es gerne werden möchten, sind herzlich eingeladen teilzunehmen.
Freitag, 26.04. (abends) und Samstag 27.04.2024 ganztags (genaue Uhrzeiten werden demnächst angekündigt) Ort: Stadtteilbüro GB*, Quellenstraße 149, 1100 Wien
Auch wenn wir wissen, dass eure Freizeit kostbar und rar ist, wäre es schön, wenn ihr an beiden Klausurtagen teilnehmen könnt.
Wir bitten um eure Anmeldungen. Eine Teilnahme ohne Anmeldung ist leider nicht möglich.
22.04.2024, 18:00 IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien
Du verwendest Vectorworks und hast Lust auf einen Austausch? Dann komm vorbei zum Vectorworks Anwender:innen-Treffen!
Alle Vectorworks Anwender:innen und die, die es noch werden wollen, sind jedes Monat zum Austausch herzlich eingeladen! Das gegenseitige „Über-die-Schulter-Schauen“ hat den Vorteil, aus Arbeitsweisen der anderen zu lernen, das eigene Wissen zu vertiefen und leichter mit Vectorworks zu arbeiten.
Zum Totalunternehmerverfahren des Ernst-Happel-Stadion
Das Wiener Ernst-Happel-Stadion soll – statt abgerissen – umgebaut werden. An sich eine gute Sache, jedoch beeinsprucht die Kammer der Ziviltechniker:innen die Art und Weise der Vergabe als Totalunternehmerausschreibung. Am 02.04. fand ein Mediengespräch statt. Foto: Kammer der Ziviltechniker:innen | Architekt:innen und Ingenieur:innen. Wien. Niederösterreich. Burgenland.
Die Stadt Wien wird das Ernst-Happel-Stadion umbauen, statt es abzureißen. Die Kammer der Ziviltechniker:innen begrüßt diese Entwicklung, kritisiert jedoch die Art und Weise der Vergabe als Totalunternehmerausschreibung heftig und setzt sich für offene und transparente Verfahren ein. Am 02.04.2024 fand ein Mediengespräch statt. Mehr dazu unter:
Umfrage: Erweiterung Bauordnungen um Umbauordnung und Umbau-OIB
Eine Kooperation von Architects for Future und IG Architektur
Sieben Forderungen für einen Interessensausgleich zwischen Alt- und Neubau – Teil 3
Martin Hess, Magdalena Lang
Schon einfache Änderungen der Nutzung und untergeordnete Umbauten lösen Anforderungen an Altbauten aus, die nicht einfach zu erfüllen sind. Das motiviert zum Abriss, da neu zu bauen vermeintlich viel einfacher wirkt. Foto: Putschlögl/ Der Standard.
Ende 2023 organisierte die IG Architektur die Dialogveranstaltung „Abriss vermeiden – was macht Abbruch so attraktiv?”. Expert:innen aus den Bereichen Verwaltung, Architektur, Politik und Projektentwicklung sowie Ingenieur:innen, Jurist:innen und Aktivist:innen diskutierten die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, die den Abbruch von Gebäudebestand vorantreiben. Es wurden sieben Forderungen für einen zeitgemäßen Umgang mit Bestand erarbeitet (hier nachlesen). In diesem und den folgenden Newslettern soll näher auf die einzelnen Punkte eingegangen, weiterführende Aspekte beleuchtet und Überlegungen dazu angestellt werden.
Forderung 3: Erweiterung der Bauordnungen um eine Umbauordnung sowie eine Umbau-OIB Aktuelle gesetzliche Regelungen und technische Normen wurden für Neubauten entwickelt. Die Transformation von Bestandsgebäuden ist dadurch oft nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand umsetzbar. Für eine zeitgemäße Weiternutzung ist es jedoch notwendig, dass auch tiefgreifende Umbauten, Umwidmungen und Nutzungsänderungen ermöglicht werden. Im Fokus sollte das Schutzziel der Norm statt des Erreichens fixer Werte stehen. Die Anforderung, dass bei Umbauten die Standards von Neubauten erreicht werden sollen, muss aufgehoben werden. Angepasste Genehmigungsverfahren sollen auf die Gegebenheiten von Bestandsbauten eingehen und dennoch angemessene, hohe Standards gewährleisten. Durch die Gesetzgebung sind Regelungen zu schaffen, die die Transformation von Bestand ermöglichen und begünstigen.
Im Zuge einer Kooperation zwischen Architects4Future Österreich und der IG Architektur werden derzeit gesetzliche Regelungen und technische Normen gesucht, die die Transformation von Bestandsgebäuden behindern oder erschweren.
Mit einer anonymen Umfrage wenden wir uns daher an unser Netzwerk und bitten um Teilnahme aller Expert:innen und Planer:innen unterschiedlichster fachlicher Disziplinen, die Erfahrung im Umgang mit Bestandsgebäuden haben. Ziel ist es, einen möglichst breiten Blick darauf zu werfen, welche Normen und Regelwerke eine zeitgemäße Weiternutzung des Gebäudebestands erschweren.
Die Ergebnisse werden analysiert und sollen in weiterer Folge als Grundlage für die Erarbeitung einer länderübergreifenden Muster(Um)bauordnung zur Erleichterung der Sanierungsbedingungen in Österreich dienen.
Der Architektur Raumburgenland lädt am 13.04.2024 zu einer Exkursion durch Burgenland ein.
Stadtwanderung in Eisenstadt Im Namen des befreundeten Vereins Architektur Raumburgenland machen wir auf eine Exkursion in Eisenstadt aufmerksam. Es werden unterschiedliche Grätzl durchwandert und neue Plätze und Wohnbauten besichtigt. Der städtische Raum wird diskutiert, Freiräume und deren Qualitäten werden verglichen. Die städtebauliche Entwicklung der verschiedenen Viertel wird erläutert und die Bedeutung des Wohnens im Zusammenhang mit seinem städtischen Umfeld erörtert.
Film und Diskussion: GLOBAL SHOPPING VILLAGE Endstation Kaufrausch
24.04.2024, 19:00 Breitenseer Lichtspiele, Breitenseer Straße 21, 1140 Wien
In den Breitenseer Lichtspielen wird am 24.04.2024 der Film „GLOBAL SHOPPING VILLAGE – Endstation Kaufrausch“ mit einer anschließenden Publikumsdiskussion gezeigt.
Der vor einem Jahrzehnt gedreht Film „GLOBAL SHOPPING VILLAGE – Endstation Kaufrausch“ von Ulli Gladik geht dem Unwesen von Shopping Centern auf den Grund, die ab den 1990er-Jahren immer öfter auch vor den Toren kleiner österreichischer Ortschaften errichtet wurden. In einer anschließenden Publikumsdiskussion widmen sich die Sprecher:innen der Frage, wie sich das Phänomen der Gewinnmaximierung von Immobilienentwickler:innen seither entwickelt hat.
Es diskutieren mit dem Publikum: Daniel Brüll (Berater der Stadt- und Dorferneuerung NÖ) / Silvia Hartleb (Betriebswirtin und Kulturmanagerin, Protagonistin im Film) / Friedrich Hauer (Stadtmorphologe und Umwelthistoriker). Moderation und Gestaltung: Judith Eiblmayr
Die IG Architektur ist eine österreichweite Interessensgemeinschaft von Architekturschaffenden. Sie ist Impulsplattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik.
Die Mailingliste bzw. das Forum ist ein beliebtes Medium der IG Architektur. Über 4.000 Architekturschaffende und Architekturinteressierte kommunizieren hier regelmäßig miteinander